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Der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent studierte Jura und ist Klavier- und Musiklehrer. Neben Drehbüchern schreibt Camino Romane (mit La Coraza kam er in die Endauswahl des Premio Nadal) und Filmkritiken. In seinen Filmen beschäftigt er sich stark mit der Analyse des Spanischen Bürgerkriegs. 1963 dreht er seinen ersten Spielfilm Los felices 60 . Zudem engagiert er sich in der „Escuela de Barcelona“, einer Gruppe junger Regisseure, die das Kino unter Franco zu erneuern suchte und sich an die Nouvelle Vague Frankreichs anlehnte. Mit seinem Film España otra vez (1969) nähert sich Camino dem Bürgerkrieg aus der Perspektive der Sieger und jener der Besiegten gleichzeitig, in der Dokumentation La vieja memoria (1977) verarbeitet er mit Kriegsteilnehmern geführte Interviews. Weitere Filme von Camino sind: Las largas vacaciones del 36 (1976), El largo invierno (1991), Los niños de Rusia (2002).
Der Schrifsteller studierte Moderne und Zeitgenössische Geschichte in Madrid, arbeitete später im Bereich der Literaturkritik und des Journalismus. Sein erster Roman Mimoun kam in die Endauswahl des Premio Herralde de Novela (1988). Mit seinen Romanen La larga marcha (1996, deutsche Übersetzung Der lange Marsch ), La caída de Madrid (2000, deutsche Übersetzung: Der Fall von Madrid ) und Los viejos amigos (2003, deutsche Übersetzung: Alte Freunde) verfasst er eine Trilogie über Menschen im Spanien der Bürgerkriegs- und Nachkriegszeit. In Los viejos amigos schließlich blicken Freunde, die sich in der Kriegszeit gegen Franco auflehnten, auf Ideale von damals zurück. Als weitere Romane von Chirbes liegen vor: En la lucha final (1991), La buena letra (2002, Die schöne Schrift), Los disparos del cazador (1994, Der Schuss des Jägers).
Norbert Frei studierte Neuere Geschichte, Politik-und Kommunikationswissenschaften in München und absolviert eine Redaktionsausbildung an der Deutschen Journalistenschule, wo er 1979 promoviert. Später ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte in München tätig, 1985/86 Fellow der Harvard-University. 1995 habilitiert Norbert Frei an der Universität Bielefeld und wird im selben Jahr Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Von 1997 bis 2005 ist der Historiker Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum und folgt später einem Ruf an die Friedrich-Schiller-Universität Jena. Norbert Frei ist außerdem in verschiedenen Beiräten aktiv, so seit 1999 als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Kuratoriums der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora und von 2003 bis 2004 als Mitglied der Gutachtenkommission der Stadt München für ein NS-Dokumentationszentrum. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Journalismus im Dritten Reich (1989); Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit (1999); Der Führerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945 (2002), und, soeben erschienen, 1945 und wir. Das Dritte Reich im Bewusstsein der Deutschen (2005).
Juan Goytisolo ist Schriftsteller. Seine Veröffentlichungen wurden unter der Franco-Diktatur von 1963 bis 1975 verboten. 1957 geht Goytisolo ins Exil nach Frankreich, wo er vorwiegend lebte; von 1969 bis 1975 nimmt er Dozentenstellen für Literatur an Universitäten in Kalifornien, Boston und New York an. Als erste Romane Goytisolos liegen Juegos de manos (1954, Falschspieler ) und Duelo en el Paraíso (1955) vor. Es folgen u.a. Señas de identidad (1966, Identitätszeichen), eines seiner meistgeschätzten Werke, Reivindicación del conde don Julián (1970, Rückforderung des Conde Don Julián) und El sitio de los sitios (1995, Das Manuskript von Sarajewo), das den Krieg in Yugoslawien behandelt. In Coto vedado (1985, Jagdverbot. Eine spanische Jugend ) und En los reinos de Taifa (1986) berichtet Goytisolo mit polemischem Unterton aus seinem eigenen Leben. Desweiteren ist Goytisolo Herausgeber zahlreicher kritischer Essays. 1985 erhält er den Premio „Europalila“ für sein Gesamtwerk, 1993 den Nelly-Sachs-Preis. 2004 wird er mit dem Premio Juan Rulfo ausgezeichnet. Juan Goytisolo lebt heute in Marrakesch.
Joachim Gauck ist Politiker. 1958 beginnt er mit dem Studium der Theologie
in Rostock, 1965 tritt er der Evanglisch-Lutheranischen Kirche Mecklenburgs
bei. Von 1982 bis 1990 ist er als Direktor in der Kirchentagsarbeit in
Mecklenburg tätig. 1989/90 Mitinitiator der kirchlichen und politischen
Protestbewegung in Mecklenburg, dann Mitglied des “Neuen Forum” in Rostock.
1990 wird Joachim Gauck Leiter des "Sonderausschusses zur Kontrolle
der Auflösung des MfS/AfNS", später in eben dieser Funktion
Mitinitiator des Stasiunterlagen-Gesetzes der Volkskammer und 1991 "Bundesbeauftragter
für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen
DDR". Er wird mit der Theodor-Heuss-Medaille und dem Bundesverdienstkreuz
ausgezeichnet. Neben vieler andere Veröffentlichungen liegt von
ihm vor: Die Stasi Akten. Das unheimliche Erbe der DDR (1991).
Joachim Gauck wendet sich dezidiert gegen den Wunsch "die Vergangenheit
ruhen zu lassen", da der Abschluss der Beschäftigung mit der
Geschichte der DDR seiner Meinung nach auf eine "Verabredung des
allgemeinen Vergessens" hinausliefe. Joachim Gauck ist Vorsitzender
des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie". Günter Grass ist nicht nur Schrifsteller und Essayist, sondern auch Graphiker und Bildhauer. Nach Jugendjahren im Dritten Reich und Einsatz als Soldat absolviert er eine Steinmetzlehre und beginnt 1947 mit dem Studium der Malerei und Bildhauerei. Sein Roman Die Blechtrommel (1959) zeichnet ein Doppelbild der deutschen Nazi- und Nachkriegszeit und gehört zur Weltliteratur. Gemeinsam mit der Novelle Katz und Maus (1961) und Hundejahre (1963) bildet er die Danziger Trilogie, in der Grass Massensuggestion, Kriegswahn und Vergangenheitsverleugnung kritisiert. In den 60er Jahren ist Grass im Wahlkampf für Willy Brandt aktiv und äußert sich immer wieder politisch mit offenen Briefen und Reden. Von 1982 bis 1993 ist er Mitglied der SPD, im Zuge der Wiedervereinigung löst er eine heftige Debatte aus. 1999 wird Grass in Anerkennung seines Erzählwerkes und seiner Rolle als politischer Intellektueller der Nobelpreis für Literatur verliehen. Als weitere Werke Günter Grass' liegen u.a. vor: Der Butt (1977), Die Rättin (1986). Im Krebsgang (2002) erzählt die Geschichte des Unterganges des deutschen Lazarett- und Kasernenschiffes Gustloff, der sich im Januar 1945 ereignete.
Santos Juliá ist Professor für Sozialgeschichte und “Pensamiento
Político” an der Fernuniversität UNED. Er ist Autor zahlreicher
Werke zur Politik- und Sozialgeschichte Spaniens des 20. Jahrhunderts,
unter denen sich Una biografía política (1990), Los
socialistas en la política española (1997), Un
siglo de España. Política y sociedad (1999) und La
violencia política en la España del siglo XX (2000)
befinden. Für El País arbeitet er als Kommentator
innenpolitischer Themen.
Annette Leo hat Geschichte und Romanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin studiert. Nach der Promotion ist sie als Journalistin und Historikerin tätig. Sie realisiert Interviews mit Zeitzeugen über Verfolgung und Widerstand während des Nationalsozialismus, seit 1990 kreist ihre Arbeit um die Auseinandersetzung mit dem DDR-Antifaschismus. Annette Leo hat sich an der Neukonzeption der Brandenburgischen Gedenkstätten beteiligt und sich in ihrer Forschung und in ihren zahlreichen Publikationen auch im weiteren Sinn mit Erinnerung, Geschichtsbildern und Geschichtsbewusstsein beschäftigt. Zur Zeit ist Annette Leo freie Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin sowie Mitglied der Fachkommission der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und des Arbeitsausschusses der Stiftung Topografie des Terrors.
Jutta Limbach ist Juristin. Nach ihren Staatsexamina ist sie von 1963 bis 1966 als Akademische Rätin am Fachbereich Rechtswissenschaft der FU Berlin tätig. 1966 promoviert sie zu Theorie und Wirklichkeit der GmbH , 1971 folgt die Habilitation mit dem Thema Das gesellschaftliche Handeln, Denken und Wissen im Richterspruch . Ab 1972 ist Jutta Limbach Professorin am Fachbereich Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin, von 1989 bis 1994 Senatorin für Justiz des Landes Berlin. Im März 1994 wird sie zur Vizepräsidentin des Bundesverfassungsgerichts und Vorsitzenden des Zweiten Senats ernannt. Es folgt im selben Jahr bis 2002 die Präsidentschaft des Bundesverfassungsgerichts. Am 17. Januar 2002 wird Jutta Limbach zur Präsidentin des Goethe-Instituts gewählt. Im Jahr 2005 erhält sie den Louise-Schröder-Preis. Reyes
Mate (geb. 1942 bei Valladolid)
Erik Meyer promoviert 1999 und ist ab 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich “Erinnerungskulturen” an der JLU Giessen. Erik Meyers Forschungsschwerpunkte sind politische Kommunikation, politische Soziologie posttraditionaler Vergemeinschaftungsformen und Cultural Studies. Neben vielen weiteren Publikationen zum Thema Erinnerungspolitik und -kultur hat Erik Meyer mit Claus Leggewie zusammen das Kompendium “Ein Ort an den man gerne geht”. Das Holocaust-Mahnmal und die deutsche Geschichtspolitik nach 1989 (2005) vorgelegt, das alle auch irrläufigen Aspekte und Stationen der Mahnmal-Debatte und -Realisierung bis zum Beginn des Gedenkjahres versammelt. Bezüglich weiterer Information siehe www.memorama.de
José María Ridao ist Schriftsteller und Diplomat.
Er studierte Arabische Philologie und Jura und ist von 1987 an
als Diplomat in Angola, Russland, Ecuatorial- Guinea und Frankreich
tätig. Ridao veröffentlichte u.a. den Roman Agosto
en el paraíso (1998), die Erzählungen Excusa
para el doctor Huarte (1999), sowie die Essay-Sammlung Contra
la historia (2000). Seine Zeitungsartikel sind in La
desilusión permanente (2000) zusammengefasst worden.
Ridao ist spanischer UNESCO-Botschafter in Paris. Jorge
Semprún (geb. 1923 in Madrid)
Emilio Silva ist Soziologe und Journalist. Er beteiligt sich am Aufbau der Asociación para la Recuperación de la Memoria Histórica. Mit seinem Buch Las fosas de Franco. El descubrimiento de las fosas de víctimas de la Guerra Civil , das in Zusammenarbeit mit Santiago Macías Pérez im Jahr 2003 erschienen ist, erzählt er vom Schicksal seines Großvaters. Dieser wurde mit 13 weiteren Männern 1936 Opfer einer von Falangisten unternommenen Massenerschießung und endete in einem jener Massengräber, die im Jahr 2000 nach 64 Jahren geöffnet wurden.
Der Politologe und Schriftsteller wurde 1936 in Madrid geboren
und studierte Philosophie, Geisteswissenschaften und Jura in Madrid.
Unter dem Franco-Regime wird er 1957 wegen Kontakts zu der sozialdemokratischen
Partei angeklagt und verlässt daraufhin zwei Jahre später
Spanien. Zuerst lebt er in Paris, später in Deutschland. 1965
erhält er an der Universität Köln seinen Doktortitel.
Er arbeitet in mehreren lateinamerikanischen Ländern. Seit
1973 ist er Professor für Politikwissenschaften an der FU
Berlin. Im demokratischen Spanien wird er Mitglied der föderalen
Komission und Kultursekretär der PSOE. Sotelo ist Mitglied
der Europäischen Akademie für Wissenschaft und Kunst
und schreibt regelmäßig für El País.
Veröffentlichungen von ihm liegen zu soziologischen, politikwissenschaftlichen
und kulturkritischen Themen vor, darunter: Sartre y la razón
dialéctica (1967), Sociología de América
Latina (1972) und Socialistas en el poder (1986). |
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