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Spanischsprachige Medien “Erinnerungsexerzitien in Berlin (...): In Deutschland hat man sich auf etwas geeinigt, was manche Erinnerungsindustrie nennen, in Spanien ist das Gedächtnis ein privateres. (…) Beide Länder teilen eine gewalttätige und schmerzhafte Vergangenheit, die weiterhin auf das politische Leben der Gegenwart einwirkt. Die Vergangenheit ist gegenwärtig.” Marc Bassets, La Vanguardia
“Die Konferenz hat die Vielfalt der spanischen Stimmen zur Wiedererlangung der Erinnerung versammelt und damit den einstigen ‘monolithischen' Diskurs ersetzt. (…) Ebenso zeichnete sich ab, dass die ‘Transición', die über lange Zeit als vorbildhaft galt, dies nicht allzu sehr gewesen ist.” Sandra Ellegiers, El País
“Das Instituto Cervantes und das Goethe Institut haben Schriftsteller und Intellektuelle zueinandergerufen, um gemeinsam die Geister der Geschichte auszutreiben. (...): was die Innenschau und das schlechte Gewissen anbelangt, finden sich spanisch-deutsche Ähnlichkeiten, wenngleich der spanische Kastastrophismus ebenso wohl wie hohl anklingt.” Ramiro Villapadierna, ABC
“In einer dem Instituto Cervantes würdigen, inhaltlich perfekt abgestimmten Zusammekunft hat die in Berlin angesiedelte spanische Institution gestern ein überzeugendes Symposium eröffnet, das über drei Tage eine ausgewählte Gruppe von deutschen und spanischen Intellektuellen versammelt. (….) Wahrlich ist man fern der Absicht, zwanghaft Parallelen aufzuzeigen oder gar die beiden Länder miteinander zu vergleichen. Im Zentrum des Interesses steht vielmehr der kulturelle Austausch und die gemeinsame Einschätzung historischer Erfahrungen.” Silvia Roman, El Mundo
“Die Mehrheit der Vortragenden kam darüber ein, dass in jedem Fall Ähnlichkeiten in der verspäteten Dauer vorliegen, mit der sich in beiden Ländern einen Weg ebnete, was man eine ‘politische Erinnerungkultur' nennen könnte.” Carmen Vela, Expansión
“Lässt sich die schmerzhafte und gewalttätige Truhe der europäischen Erinnerungen öffnen, um zu verhindern, dass eine neue Tragödie den Kontinent heimsucht? Dieser entscheidenden Frage stellte man sich auf einem vom Instituto Cervantes in Berlin organisierten Symposium, das sich die schwierige Aufgabe zum Ziel gesetzt hatte, zu definieren, was eine ‘Kultur des Erinnerns' sei.” Enrique Müller, El Correo
“Die Erinnerung als moralische Pflicht zur Verteidigung der Demokratie und die Gefahren, die die Kultivierung der Erinnerung für das Zusammenleben birgt, stellten die zwei hauptsächlichen und gewissermaßen antagonistischen Gesichtspunkte dar, die auf einem Symposium diskutiert wurden, das sich im Berliner Instituto Cervantes der ‘Kultur des Erinners' widmete.
“Halbgare ‘Transición': Findet sich eine direkte Parallele zu den Spaniern? Waren sie in der Lage, die Wahrheit und deren Folgen während der ‘Transición' auf sich zu nehmen? War die Entscheidung, die historische Erinnerung ruhen zu lassen, die richtige? Mit ausweichendem Gestus rechtfertigte die Mehrheit den beschrittenen Weg.” Gonzalo Cáceres, El Periódico
“Die Zukunft lässt sich weder auf Vergessen noch auf selektiver Erinnerung gründen. Dies ist die Botschaft, die Deutschland und Spanien in dem Moment der Auseinandersetzung mit ihren jeweiligen erlebten Diktaturen eint. Die Notwendigkeit, die Erinnerung zu hüten, hat Politiker und Schriftsteller aus beiden Ländern in Berlin zueinander kommen lassen.” Deutsche Welle
Deutsche Medien “Was sagen diese beiden zeitgleichen Vorgänge über den Umgang Spaniens und Deutschland über den Umgang mit der eigenen Vergangenheit? Daß Deutschland Gedächtniskultur allmählich in die Zielgerade einläuft, während Spanien noch für den “Pakt des Schweigens” zahlt? (…) Ein weiteres Symposium müsste die Schlussfolgerungen aus diesem ziehen und ergründen, was Spanien und Deutschland voneinander lernen können. Paul Ingendaay, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Sabine Vogel, Berliner Zeitung
“Weil ‘Kultur' heute ein modischer Allerweltsbegriff ist, mag man der Behauptung einer ‘Kultur des Erinnerns' mit Vorbehalten begegnen. Gleichwohl ist die Konferenz in Berlin ein ermutigendes Zeichen dafür, dass Europa beginnt, seine Diktatur- und Totalitarimuserfahrungen als gemeinsame Geschichte zu begreifen. Das europäische Gedächtnis (…) beginnt, das Jahrhundert der totalitären Ideologien zu historisieren.” Eckhard Fuhr, Die Welt Siehe außerdem das von Nikolaus Nowak geführte Inteview mit dem britischen Spanien-Historiker Paul Preston unter www.welt.de/data/2005/05/26/723007.html?prx=1
“Weil es mitsamt einem Tross von Historikern und Soziologen hochkarätiger kaum ging, sollte bereits der Beginn des Dialogs zum Paukenschlag werden. Die erste Diskussion bestritten der spanischen Außenminister, (…) Joschka Fischer sowie Jorge Semprún. (…) Was wohl Semprún dachte, als er dem kulturpessimistisch gestimmten Fischer zuhörte? Thomas Medicus, Frankfurter Rundschau
“Man braucht freilich nur einen Anlass wie die denkwürdige deutsch-spanische Konferenz über die ‘Kultur des Erinnerns', um ein wenig beklommen zu werden bei der Aussicht auf die enthusiastisch herbeigewünschte Generationsablösung. Auf dieser gemeinsam Veranstaltung von Goethe-Institut und Instituto Cervantes in Berlin ging es – mancher mag seufzen: wieder einmal – um Vergangenheit und Schuld, um Erinnern und Verarbeiten, um Holocaust und Franco-Diktatur.” Werner A. Perger, Die Zeit
“Spaniens Verhältnis zu sich selbst ist paradox. Der Vergleich mit der Bundesrepublik ergibt bizarre Parallelen. Das bezeugten die Diskussionen anlässlich einer Tagung, die das Berliner Instituto Cervantes mit Unterstützung des Goethe-Institutes abhielt. Der deutsche und der spanische Außenminister liehen der Veranstaltung eine Stunde lang die Aura ihrer Präsenz. Bedeutende Wissenschaftler waren da und noch bedeutendere Schriftsteller.” Franziska Augstein, Süddeutsche Zeitung
“Wie schön, dass es neben gefühlten Temperaturen nun auch “gefühlte Geschichte” gibt! (...) Zum einen erlebte man hierzulande um den 8. Mai einen Siedepunkt symbolpolitischer Anstrengungen, um die Erinzigartigkeit des Holocausts und die Normalität des wiedervereinigten Tätervolks gleichzeitig zu demonstrieren. Zum anderen ist in Spanien das ewige Lamento darüber, bei der Aufarbeitung seiner faschistischen Epoche rückständig zu sein, einer Flut von Memoirenliteratur und kleineren Historikerstreits gewichen.” Jan Engelmann, TAZ
“(Läuft) Deutschlands Gedächtniskultur allmählich in die Zielgerade ein (…), während Spanien noch immer den Preis für den ‘Pakt des Schweigens' bezahlt? (…) Ein weiteres Symposium müsste die Schlussfolgerungen aus diesem ziehen und ergründen, was Spanien und Deutschland voneinander lernen können.” “Dass vor allem die spanische Zivilgesellschaft, weniger die politische Klasse, auf eine ‘Kultur des Erinnerns'drängt, zeigte eine prominent besetzte gemeinsame Tagung des spanischen Instituto Cervantes und des Goethe-Instituts in Berlin. (…) Ob Spanien von Deutschland lernen kann, ist zu bezweifeln. (…) Auf die deutsche Ratlosigkeit antwortete spanische Aufbruchstimmung. (…) Was ist nun vorbildlich? Die Tagung im Instituto Cervantes hat da vielleicht einen Lernprozess in beide Richtungen angesto ß en.” Jörg Plath, Der Tagesspiegel
“(Goethe-Institut und Instit uto Cervantes) haben das von uns allen gemeinsam bewohnte europäische Haus der Trauer, der Geschichte und des Gedächtnisses öffentlich zugänglich gemacht.” Harald Loch, Nürnberger Nachrichten Außerdem das von Katrin Heise geführte Interview mit Walter Bernecker unter www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/380564/ |
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