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| Mario Vargas Llosa y Berlín |
"El pulso de una nueva época: impresiones de Berlín" EN Deutschland: revista de política, cultura, economía y ciencias, nº. 5, octubre-noviembre 1999, p. 56-61 "Der Pulsschlag einer neuer Zeit: Impressionen aus Berlin" In: Deutschland: Zeitschrift für Politik, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft, n. 5, Oktober-November 1999, S. 56-61 Berlín, capital de Europa “Cabaret en Berlín”. EN El País, 23 de octubre de 2005 Verliebt
in Berlin - Vargas Llosa zieht es in die deutsche Hauptstadt Hier ließ er sich inspirieren, und hier hat er Spuren hinterlassen. «Ich wage vorauszusagen, dass Berlin in den kommenden Jahren Paris als geistige Hauptstadt Europas ablöst», schrieb der Literat einmal. Seit Jahrzehnten schon zieht es den Schriftsteller immer wieder in die Spreemetropole, wo er 2005 die Ehrendoktorwürde der Humboldt-Universität erhielt. Vargas Llosa (geboren am 28.03.1936) ist einer der renommiertesten Autoren des spanischen Sprachraumes. Romane wie «Tod in den Anden» oder «Maytas Geschichte» begründeten seinen Ruhm. In Berlin trägt die Bibliothek des Instituto Cervantes seinen Namen. Er hat das zwischen Hackeschem Markt und Alexanderplatz gelegene spanische Kulturinstitut zusammen mit dem spanischen Kronprinzen Felipe 2003 eröffnet. «Vargas Llosa kommt sehr gerne nach Berlin, er ist in diese Stadt verliebt», sagt Institutsdirektor José Ignacio Olmos Serrano. Zum ersten Mal kam Vargas Llosa 1982 in die damals noch geteilte Stadt; Anlass war das «Horizonte»-Festival. 1991 und 1992 blieb er als «Fellow» des Wissenschaftskollegs gleich zwei Jahre in Berlin. 1996 erhielt er in Frankfurt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 1998 kehrte er mit dem Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) nach Berlin zurück. Im Ibero- Amerikanischen Institut recherchierte der Romancier die historischen Fakten rund um die Ermordung des dominikanischen Diktator Trujillo im Jahr 1961, die er dann in «Das Fest des Ziegenbocks» literarisch verarbeitete. Er schrieb ganze Romanpassagen in Berlin. Vargas Llosa hatte das Institut nahe des Potsdamer Platzes aus gutem Grunde gewählt: Es hat in ganz Europa die größte Bibliothek über Lateinamerika. Durch ihre Fenster beobachtete der Literat, wie der Potsdamer Platz seine heutige Gestalt annahm. «Da sah ich, wie das Hotel Adlon wieder erstand und wie die neuen Bauwerke, Straßen und Plätze in einem Schwindel erregenden Rhythmus heranwuchsen», schreibt Vargas Llosa. Ins Ibero-Institut kehrte er auch später immer wieder zurück. Im vergangenen Jahr hielt er die Festrede zu dessen 75-jährigem Bestehen. «Eine Bibliothek ist ein Ort, wo man sich zurückzieht, um zu träumen und zu phantasieren», sagte er. Der Weltbürger Vargas Llosa hat es nach Berlin gar nicht so weit, lebt er doch einen guten Teil des Jahres in London. Er hat auch Wohnungen in Madrid und in Paris. Im Dreieck London-Berlin-Madrid soll auch sein nächster Roman spielen, der voraussichtlich im September 2006 erscheint. Sein Geburtsland Peru besucht Vargas Llosa nur noch von Zeit zu Zeit. 1990 hatte er dort erfolglos für das Präsidentenamt kandidiert. Neben der peruanischen besitzt er auch die spanische Staatsangehörigkeit. Die meisten Romane Vargas Llosas sind auch auf Deutsch erschienen. Zwar spricht der Autor selbst kein Deutsch, doch hindert ihn das nicht, das Berliner Kulturleben zu genießen. «In wenigen europäischen Städten herrscht eine so kosmopolitische Atmosphäre wie in Berlin», schreibt er. Kürzlich widmete er der «Cabaret»-Aufführung in der «Bar jeder Vernunft» einen in mehreren europäischen Zeitungen veröffentlichten Artikel. Er schwärmt auch von der Oper, den Kneipen und den türkischen Märkten in Kreuzberg. Besonders hat es ihm die Szene im alten Osten angetan: «Dort hört man alle Sprachen, erblickt man alle Rassen, diskutiert man alle Themen, und dort hat der Gast das prickelnde Gefühl, im Zentrum der Welt zu sein.» |