JUAN GELMAN LIEST BEI WELTKLANG
DAS GEDICHT IM EXIL: VOM VERSCHWINDEN DER WORTE
Poesía / Poesie


JUAN GELMAN LIEST BEI WELTKLANG
Samstag, 26. Juni, 20.00 Uhr
Weltklang, Potsdamer Platz
Eintritt frei
Ein Konzert der Verse in Stimmen und Sprachen:
Weltklang – Nacht der Poesie eröffnet das poesiefestival berlin 2004. Der Potsdamer Platz verwandelt sich in die größte Open-Air Bühne für Poesie in Europa. Stimmen, Klänge, Rhythmen unter freiem Himmel mit Dichterinnen und Dichtern aus zehn Ländern.

DAS GEDICHT IM EXIL: VOM VERSCHWINDEN DER WORTE
Juan Gelman bei A propos Poesie. Gespräche
Freitag, 2. Juli, 18.00 Uhr
Moderation: Albrecht Buschmann
Instituto Cervantes, Rosenstr. 18-19
Reservierungen unter Tel: 030/25 76 18 -23
Eintritt 5/4 € (ermäßigt)
Juan Gelman spricht im Instituto Cervantes über die kulturellen, ästhetischen, politischen und sozialen Hintergründe seines Schreibens und über das Exil als Ort und beeinflussendes Element des literarischen Schaffens.

Der Argentinier Juan Gelman (1930, Buenos Aires), Sohn ukrainischjüdischer Emigranten, gehört zu den bekanntesten zeitgenössischen Dichtern Lateinamerikas.

In den 70er Jahren trieb Juan Gelman die politische Gewalt des Militärregimes in Argentinien ins Exil. Sein Sohn und seine im achten Monat schwangere Schwiegertochter wurden damals nach Uruguay verschleppt und ermordet. Das in einem Folterzentrum geborene Enkelkind Gelmans wuchs in einer fremden Familie auf, ohne seine wahre Herkunft zu kennen. Die Leiche der Schwiegertochter wurde nie gefunden. 2002 schrieb Juan Gelman einen offenen Brief an den uruguayischen Präsidenten Jorge Batlle und forderte ihn auf, das Grab seiner Schwiegertochter bekannt zu geben. Den Brief unterschrieben unter anderem die Friedensnobelpreisträger Rigoberta Menchú und Adolfo Pérez Esquivel, die Literaturnobelpreisträger Imre Kertész, Gabriel García Márquez und Günter Grass sowie über 8.000 weitere Personen aus 112 Ländern, darunter auch viele Prominente.

Sehr früh war es Gelman ein Anliegen, seine Affinität zu revolutionären Ideen und ideologischen Modellen in Sprache zu kleiden. 1956 gab er sein lyrisches Debüt mit Violín y otras cuestiones (Violine und andere Fragen). Gelman glaubte stets an die wirklichkeitsverändernde Kraft der Poesie, doch seine Verse erschöpfen sich nicht in bloßer engagierter Lyrik oder politischer Instrumentalisierung, sondern sie entfalten ihre ganz eigene poetische Bilderkraft und Schönheit. Juan Gelman wurde neben anderen Ehrungen mit dem argentinischen Nationalpreis für Poesie (1997), mit dem Juan Rulfo Preis (2000) und mit dem Iberoamerikanischen Poesiepreis Ramón López Velarde (2004) ausgezeichnet. Seine Gedichte sind in 10 Sprachen übersetzt. Zur Zeit lebt Juan Gelman in Mexiko.

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